English: Frankfurt Airport / Español: Aeropuerto de Fráncfort / Português: Aeroporto de Frankfurt / Français: Aéroport de Francfort / Italiano: Aeroporto di Francoforte
Der Flughafen Frankfurt (IATA-Code: FRA) ist der größte Verkehrsflughafen Deutschlands und einer der wichtigsten internationalen Luftverkehrsdrehkreuze Europas. Mit über 70 Millionen Passagieren pro Jahr (Stand: 2023, Quelle: Fraport AG) verbindet er als globaler Hub mehr als 300 Ziele in über 100 Ländern. Seine strategische Lage im Herzen Europas und die moderne Infrastruktur machen ihn zu einem zentralen Knotenpunkt für Wirtschaft, Logistik und Mobilität.
Allgemeine Beschreibung
Der Flughafen Frankfurt (offiziell: Flughafen Frankfurt am Main) liegt etwa 12 Kilometer südwestlich des Frankfurter Stadtzentrums im Stadtgebiet von Frankfurt am Main (Hessen) und erstreckt sich teilweise auf das Gebiet der Nachbarstadt Raunheim. Betrieben wird er von der Fraport AG, einem der weltweit führenden Flughafenbetreiber, das an der Frankfurter Börse notiert ist. Der Flughafen verfügt über vier Start- und Landebahnen (drei parallel in Nordwest-Südost-Richtung, eine in Ost-West-Richtung) und zwei große Passagierterminals (Terminal 1 und Terminal 2), die durch das SkyLine-Schienensystem und ein Bus-Shuttle verbunden sind.
Mit einer Fläche von rund 2.300 Hektar (23 km²) ist der Flughafen Frankfurt nicht nur ein zentraler Verkehrsknoten, sondern auch ein eigenständiger Wirtschaftsstandort. Über 80.000 Menschen arbeiten direkt auf dem Gelände (Quelle: Fraport, 2023), darunter Beschäftigte in den Bereichen Luftverkehrsmanagement, Sicherheit, Logistik, Einzelhandel und Gastronomie. Der Flughafen beherbergt zudem eines der größten Frachtzentren Europas (CargoCity), das jährlich über 2 Millionen Tonnen Luftfracht umschlägt. Als Hub der Lufthansa Group (inkl. Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines) ist er ein Drehkreuz für den globalen Passagier- und Frachtverkehr.
Architektonisch prägend sind die markanten Terminal-Gebäude mit ihren gläsernen Fassaden und den charakteristischen Kühltürmen der ehemaligen Heizkraftwerke, die heute als Wahrzeichen gelten. Der Flughafen ist an das deutsche Autobahnnetz (A3, A5) und das Schienennetz (ICE-Bahnhof Frankfurt Flughafen Fernbahnhof) angebunden, was eine nahtlose multimodale Anreise ermöglicht. Seit 2005 ist der Flughafen zudem an die Landebahn West angeschlossen, die mit 4.000 Metern Länge eine der längsten Startbahnen Europas ist und auch für den Airbus A380 zugelassen ist.
Historische Entwicklung
Die Geschichte des Flughafens Frankfurt begann 1912 mit der Eröffnung eines Luftschiffhafens in Frankfurt-Rebstock, der vor allem für Zeppeline genutzt wurde. 1936 wurde der heutige Standort in Frankfurt-Flughafen als Flughafen Rhein-Main eröffnet, zunächst mit einer Graslandebahn. Während des Zweiten Weltkriegs diente er als Militärflughafen und wurde schwer beschädigt. Nach dem Krieg übernahmen die US-Streitkräfte die Kontrolle, bevor der Flughafen 1948 wieder für den zivilen Verkehr freigegeben wurde.
In den 1950er- und 1960er-Jahren entwickelte sich der Flughafen rasant: 1957 wurde das erste Passagierterminal (heute Teil von Terminal 1) eröffnet, 1961 folgte die erste Startbahn West. Mit dem Aufkommen des Jet-Zeitalters (z. B. Boeing 707) stieg die Passagierzahl stark an, sodass 1972 Terminal 1 erweitert und 1994 Terminal 2 in Betrieb genommen wurde. Ein Meilenstein war die Eröffnung der Landebahn Nordwest (1984), die die Kapazität deutlich erhöhte. 2005 wurde die Landebahn West als vierte Bahn fertiggestellt, was jedoch zu kontroversen Diskussionen über Lärmbelastung führte.
Seit den 2010er-Jahren steht der Flughafen vor Herausforderungen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung. 2015 wurde das Terminal 3 geplant (Baubeginn 2021), das die Kapazität auf bis zu 78 Millionen Passagiere jährlich erhöhen soll. Zudem setzt die Fraport AG auf klimaneutralen Betrieb (Ziel: CO₂-Neutralität bis 2050) und den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur für zukünftige Flugzeuge.
Technische Details
Der Flughafen Frankfurt verfügt über eine hochmoderne Infrastruktur, die ihn zu einem der effizientesten Flughäfen weltweit macht. Die vier Startbahnen haben eine Gesamtlänge von 12.500 Metern und ermöglichen bis zu 126 Starts und Landungen pro Stunde (Quelle: DFS Deutsche Flugsicherung). Die Terminals 1 und 2 bieten eine Gesamtfläche von über 500.000 m² und verfügen über 264 Fluggastbrücken (Jetbridges). Das Gepäcksystem umfasst mehr als 40 Kilometer Förderbänder und kann bis zu 19.000 Gepäckstücke pro Stunde abfertigen.
Ein zentrales Element ist das Automated People Mover-System SkyLine, das seit 1994 die Terminals verbindet und eine Strecke von 2,1 Kilometern in weniger als zwei Minuten zurücklegt. Für die Frachtabfertigung steht die CargoCity mit einer Fläche von 98 Hektar zur Verfügung, darunter temperaturegesteuerte Lager für Pharmazeutika (Pharma Hub) und ein Tiertransportzentrum. Die Energieversorgung erfolgt über ein eigenes Blockheizkraftwerk (Leistung: 50 MW) und eine Photovoltaik-Anlage (1,5 MWp), die jährlich rund 1.500 MWh Strom erzeugen.
Die Luftverkehrskontrolle wird von der DFS Deutsche Flugsicherung gesteuert, die am Flughafen ein eigenes Control Center betreibt. Für die Sicherheit sind rund 1.200 Mitarbeiter der Bundespolizei und private Sicherheitsdienste zuständig. Der Flughafen verfügt über ein eigenes Feuerwehrdepot (Kategorie 10 nach ICAO) mit speziellen Löschfahrzeugen für Flugzeugbrände. Zudem ist er einer der wenigen Flughäfen weltweit mit einem medizinischen Notfallzentrum (Airport Clinic), das rund um die Uhr besetzt ist.
Anwendungsbereiche
- Passagierverkehr: Als größter deutscher Flughafen ist er Drehkreuz für internationale Linienflüge (über 50 % Transferpassagiere) und bietet Verbindungen zu allen Kontinenten. Besonders stark ist der Verkehr nach Asien, Nordamerika und in den Nahen Osten.
- Fracht und Logistik: Mit über 2 Millionen Tonnen Fracht pro Jahr (2023) ist er der größte Luftfracht-Drehkreuz Deutschlands. Schwerpunkte liegen auf Pharmazeutika, E-Commerce und Expresssendungen (z. B. DHL, FedEx).
- Wirtschaftsstandort: Über 500 Unternehmen haben ihren Sitz auf dem Flughafenareal, darunter Logistikfirmen, IT-Dienstleister und die Lufthansa Basis (Wartungshalle für Flugzeuge).
- Verkehrsinfrastruktur: Der Flughafen ist ein multimodaler Knotenpunkt mit Anschluss an ICE-Züge (Fernbahnhof), Regionalzüge (Regionalbahnhof) und das Autobahnnetz (A3/A5).
- Events und Messen: Die Squaire-Bürogebäude und das Congress Center (Kapazität: bis zu 2.500 Personen) werden für internationale Kongresse und Veranstaltungen genutzt.
Bekannte Beispiele
- Terminal 1 (1972): Das älteste noch genutzte Terminal mit den charakteristischen Abflugbereichen A, B, C und dem Lufthansa First Class Terminal (exklusiv für Premium-Passagiere).
- Landebahn West (2005): Mit 4.000 Metern eine der längsten Startbahnen Europas, umstritten wegen Lärmbelastung für Anwohner.
- CargoCity (1990er): Eines der größten Luftfrachtzentren Europas mit spezialisierten Lagern für gefährliche Güter und temperaturempfindliche Waren.
- SkyLine (1994): Das automatische People Mover-System, das Terminal 1 und 2 in zwei Minuten verbindet.
- Fraport AG: Der Betreiber des Flughafens, der auch internationale Flughäfen (z. B. in Lima, Antalya) manages.
- Lufthansa-Heimatbasis: Frankfurt ist der größte Hub der Lufthansa Group mit über 600 täglichen Abflügen (Stand: 2023).
Risiken und Herausforderungen
- Lärmbelastung: Der Flughafen ist einer der lautesten Deutschlands, was zu Konflikten mit Anwohnern und Klagen gegen Nachtflüge führt (z. B. Nachtflugverbot-Debatten).
- Kapazitätsgrenzen: Trotz vier Startbahnen stößt der Flughafen an seine Grenzen, besonders in Stoßzeiten. Das geplante Terminal 3 soll Abhilfe schaffen.
- Umweltauswirkungen: Der Flughafen ist ein großer CO₂-Emittent (rund 1 Million Tonnen pro Jahr). Die Fraport AG arbeitet an Kompensationsmaßnahmen wie nachhaltigem Kerosin (SAF) und Elekrofahrzeugen.
- Sicherheitsrisiken: Als großer internationaler Flughafen ist er ein potenzielles Ziel für Terroranschläge, was hohe Investitionen in Sicherheitstechnik erfordert.
- Wettbewerb mit anderen Hubs: Flughäfen wie Dubai, Istanbul und Paris-Charles de Gaulle konkurrieren um Transferpassagiere und Frachtvolumina.
- Arbeitskräfteengpässe: Seit der COVID-19-Pandemie gibt es Herausforderungen bei der Rekrutierung von Fachkräften (z. B. Sicherheitspersonal, Techniker).
Ähnliche Begriffe
- Flughafen München (MUC): Der zweitgrößte deutsche Flughafen, ebenfalls ein Hub der Lufthansa, aber mit stärkerem Fokus auf europäische Ziele.
- Flughafen Berlin Brandenburg (BER): Der drittgrößte Flughafen Deutschlands, bekannt für seine problematische Baugeschichte und geringere internationale Vernetzung.
- Hub (Luftverkehr): Ein Drehkreuz, an dem Passagiere zwischen Inlands- und internationalen Flügen umsteigen (z. B. Frankfurt für Lufthansa, Dubai für Emirates).
- Fraport AG: Das Unternehmen, das den Flughafen Frankfurt betreibt und weltweit an über 30 Flughäfen beteiligt ist.
- ICAO-Code (EDDF): Der internationale vierstellige Code des Flughafens (im Gegensatz zum IATA-Code FRA).
- CargoCity: Das Frachtzentrum des Flughafens, das zu den größten Europas zählt und auf Pharma-Logistik spezialisiert ist.
Zusammenfassung
Der Flughafen Frankfurt ist das zentrale Luftverkehrsdrehkreuz Deutschlands und einer der wichtigsten Hubs Europas. Mit seiner modernen Infrastruktur, vier Startbahnen und einer jährlichen Passagierzahl von über 70 Millionen verbindet er globale Märkte und ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für die Region. Historisch gewachsen seit den 1930er-Jahren, steht er heute vor Herausforderungen wie Kapazitätsengpässen, Umweltauflagen und Lärmkonflikten, die durch Projekte wie Terminal 3 und Nachhaltigkeitsinitiativen adressiert werden. Als Heimatbasis der Lufthansa Group und mit seiner CargoCity ist er gleichermaßen für Passagier- und Frachtverkehr von globaler Bedeutung. Seine Anbindung an Schiene und Straße macht ihn zu einem multimodalen Verkehrsknotenpunkt, der weit über die Grenzen Hessens hinaus strahlt.
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